Mittwoch, 16. Januar 2013

Rezension ~ Alice's Adventures in Wonderland and Through the Looking-Glass von Lewis Carroll

Hallo Leute,
einige von euch wissen sicherlich, wenn sie meinen Blog schon länger verfolgen, dass ich von der Geschichte um Alice im Wunderland sehr fasziniert bin. Doch leider habe ich bisher nur Verfilmungen gesehen und Adaptionen gelesen, aber nie das Original. Das wollte ich ändern um zu sehen, ob mich auch die ursprüngliche Geschichte fesseln kann. Ich muss gestehen, dass mir die Bewertung für dieses Buch sehr schwer fiel, dennoch konnte mich auch das Original begeistern. Diese Ausgabe, die ich mir vor einiger Zeit auf reBuy bestellt hatte, ist schon sehr zerlesen. Vielleicht werde ich mir irgendwann mal eine sehr schöne Ausgabe zulegen, wie DIESE HIER zum Beispiel.


Inhalt                                                                             

Alice hat eine blühende Fantasie. Kein Wunder, dass sie ein Buch ohne Bilder langweilig findet. Daher ist das Weiße Kaninchen, das an ihr vorbeihoppelt und dabei mit sich selbst spricht, um einiges interessanter als ihre Schwester, die aus dem Buch vorliest. Neugierig folgt Alice dem Kaninchen und fällt dabei in ein Kaninchenloch und schon beginnt ihre seltsame Reise durch das Wunderland, in dem sie auf den Verrückten Hutmacher, Meister Dodo, den März Hasen oder gar die Rote Königin trifft. Dass sie dabei so oft schrumpft und wächst, dass sie bald selber gar nicht mehr weiß, wer sie eigentlich ist, ist dabei nur das geringste Problem. Gleichzeitig erfährt sie von Dideldei und Dideldum die traurige Geschichte über die Austern, das Walross und den Zimmermann und sie muss sich vor Blumen über ihr merkwürdiges Äußeres rechtfertigen. Und dann soll sie zu einer Königin gekrönt werden. Sie, das kleine Mädchen. Zum Glück ist das alles nur ein Traum. Oder nicht?

Meine Meinung                                                                        

Einen solch bekannten Klassiker zu bewerten ist sehr schwierig finde ich. Man kann so ein Buch kaum nach heutigen Gesichtspunkten kritisieren oder loben, da Alice's Adventures in Wonderland and Through the Looking-Glass einfach schon weit über hundert Jahre alt ist. Zur damaligen Zeit waren oftmals andere Dinge in Romanen wichtiger als heute, beispielsweise die Kinder nicht nur zu unterhalten, sondern ihnen gleichzeitig beim Lesen noch etwas beizubringen, wie zum Beispiel Etikette oder Reimverse.

Alice als Hauptperson fand ich herzallerliebst wie ich so gerne sage. Sie ist zwar schrecklich naiv, aber auf eine so niedliche Art, dass noch nicht mal ich davon genervt war. Gleichzeitig ist sie nicht auf den Mund gefallen und lässt den ein oder anderen kessen Spruch von den Lippen. Wenn man bedenkt, dass sie wohl um die sieben Jahre alt sein soll, kommt sie meist sehr zwiespältig rüber, was sie aber auch authentisch macht. Schließlich verändert sie die Reise im Wunderland und macht sie zu einem anderen Menschen, der genauer über Dinge und Begebenheiten nachdenkt, die er vielleicht vorher für selbstverständlich hingenommen hat. Besonders gerne erzählt sie im Wunderland den Bewohnern von ihrer Katze Dinah und vergisst dabei fast jedes Mal, dass Dinah all jene Geschöpfe frisst, denen sie von ihrem Haustier erzählt. Dadurch muss Alice das ein oder andere Mal erfahren, dass sie als unsympathisch und dumm aufgenommen wird und sich immer wieder daran erinnern muss, vor Mäusen und Vögeln nicht von Dinah zu reden.
Sowieso redet Alice sehr gerne, ob mit sich oder mit den Wesen um sie herum, sie redet in einem fort. Auch wenn ihr vorher eindringlich gesagt wurde, sie dürfe den Sprecher nicht unterbrechen, wenn er anfängt, eine Geschichte zu erzählen, fragt Alice schon nach dem zweiten Satz nach genaueren Details. Dies ist aber so nett gemacht, da Alice nichts mehr einfach nur hinnimmt, sondern alles genau hinterfragt und nachvollziehen und verstehen will.
Im Vergleich kann man erkennen, dass Alice in Through the Looking Glass schon um einiges reifer und bedachter handelt, obwohl die Geschichte nur sechs Monate nach Alice's Adventures in Wonderland spielt.

Die Abenteuer, die Alice erlebt, gehen fast immer nahtlos ineinander über, ohne groß eingeleitet zu werden. Oftmals endet das eine Abenteuer so abrupt und ein neues startet, dass man vielleicht ein wenig überrascht ist, aber die Erlebnisse sind teilweise so ulkig, so surreal und so herrlich, dass man gerne mal über einen plötzlichen Themenwechsel hinweg sehen kann.

Anders als viele glauben handelt es sich bei Alice's Adventures in Wonderland and Through the Looking-Glass um zwei eigen stehende Geschichten die getrost getrennt voneinander gelesen werden können. Tatsächlich sind aber die meisten Alice-Adaptionen, ob Bücher oder Filme, ein Mix aus beiden Geschichten. Beispielsweise werden die Herzkönigin (Alice's Adventures in Wonderland) und die Rote Königin (Through the Looking-Glass) - im Deutschen die Schwarze Königin - in den meisten Adaptionen miteinander vermischt, obwohl sie zwei unterschiedliche Figuren sind.

Ich kann verstehen, warum manche Menschen die Geschichte um Alice wirklich nicht mögen, denn einerseits ist sie sehr surreal und dann ist auch der Schreibstil sicherlich für den ein oder anderen Leser sehr ungewöhnlich und schwer zum Einfinden. Allein schon die Themenwechsel oder Alice innere Monologe sind für den ein oder anderen Leser eine Geduldsprobe. Ich muss gestehen, dass in diesem Buch Dinge vorkommen, die mich für gewöhnlich in anderen Büchern stören, mich hier aber gut unterhalten. Vielleicht liegt das einfach an meiner Faszination für die Geschichte. Sie ist so wundervoll surreal und strotzt nur so vor Ideenreichtum und Fantasie, dass es mich nicht wundert, dass sie immer wieder für andere Buch- und Filmvorlagen benutzt wird. Die Zeichnungen, die von John Tenniel stammen, sind vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig aus heutiger Sicht, passen aber gut zur damaligen Zeit.

Fazit                                                                                 

Endlich habe ich das Buch gelesen, dessen Inhalt mich schon seit Jahres begeistert und auch das Original gefiel mir sehr gut. Zu Recht ist es ein bekannter Klassiker und wird es immer wieder aufgegriffen und neu interpretiert. Dennoch ist die Handlung sehr speziell und teilweise sehr sprunghaft, was in aktuellen Büchern möglicherweise nicht gut rüber kommt. Aber in Anbetracht der Zeit, in der das Buch geschrieben wurde, ist dies durchaus zu verzeihen. Ich vergebe abschließend


Sonstige Infos
Autor: Lewis Carroll 
Titel: Alice's Adventures in Wonderland and Through the Looking-Glass
Dt. Titel: Alice im Wunderland und Alice hinter den Spiegeln
Reihe: Zwei Bände in einem Band
Verlag: Signet Classic
Seiten: 239
Preis: um die 5 €


Dieses Buch wurde im Rahmen der
(c) Books&Senses
Challenge gelesen

Kommentare:

  1. Oh ich liebe die beiden Alice Bücher. :)
    Gehören definitv zu meinen liebsten Büchern, kann man immer wieder lesen. *_*

    Auf englisch werde ich sie mir wohl auch noch mal kaufen. :)

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    1. Hallo Svenja,
      ja sie sind auf jeden Fall sehr toll und haben mir gut gefallen :)
      Liebe Grüße, KQ

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  2. Das ist eins der Bücher, die ich auch unbedingt mal lesen will. Alice kennt man ja vor allem auch durch diverse Fernsehsendungen. Ich habe zuletzt "Peter Pan" gelesen und war sehr enttäuscht über das Original, ich fand es gar nicht so fantastisch und heldenhaft wie man es aus den Medien sonst kennt. Ich bin da jetzt ein bisschen vorsichtig geworden =)

    LG
    Anja

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    1. Hallo Anja,
      ich muss ja gestehen, dass ich beim Lesen immer die Disney-Zeichentrick-Verfilmung im Kopf hatte und beim Lesen immer dachte: Hey, das ist genauso oder ach, das ist anders oder hmm, das fehlt. Mir ging es mit dem Enttäuscht sein vom Originalwerk bei Stardust von Neil Gaiman so. Ich fand den Film so wunderschön und lustig und toll inszeniert und als ich dann das Buch gelesen habe, war ich total enttäuscht, da es einfach total langweilig und emotionslos ist. Ich bin bei solchen Sachen auch auf jeden Fall vorsichtig, Die Frau in Schwarz fand ich auch als Buch derbe schlecht.
      Liebe Grüße, KQ

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  3. Hey!
    Ich tue mich ähnlich schwer mit dem Bewerten von Klassikern. Aber: Well Done! Kann ich nur sagen ;)
    Grüße, Hannah

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