Sonntag, 16. Februar 2014

Rezension ~ Der Herr der Ringe - Die Gefährten von J. R. R. Tolkien

Hallo Leute,
auch wenn ich das Buch bereits im Januar gelesen habe, wollte ich dennoch eine kleine Rezension zu Der Herr der Ringe - Die Gefährten schreiben. Eine "richtige" Rezension, wie bei anderen Büchern, wird es sicherlich nicht, da man unmöglich auf alle wichtigen Punkte dieses Fantasyromans eingehen kann und ich ehrlich gesagt auch gar nicht weiß, wie ich alles in Worte fassen soll.


Inhalt

60 Jahre sind vergangen, seit der Hobbit Bilbo Beutlin von Beutelsend mit dreizehn Zwergen und den Zauberer Gandalf zum Erebor reiste, um den gefährlichen Drachen Smaug zu besiegen und den Schatz der Zwerge zurückzuerobern. Auf seinen Reisen fand Bilbo einen Zauberring und viele Jahre hielt er ihn geheim und versteckt. Doch nun, all die Jahre später, regt sich eine dunkle Macht im Osten, die Anspruch auf eben jenen Zauberring erhebt. Frodo Beutlin, Bilbos Neffe und Erbe und der neue Besitzer des Ringes, befindet sich nun in großer Gefahr und begibt sich, auf Gandalfs Rat hin, gemeinsam mit seinen Freunden Sam Gamdschie, Merry Brandybock und Pippin Tuk auf eine Reise durchs Auenland und durch Mittelerde. Auf ihrer Fahrt erleben die Hobbits allerhand Abenteuer und überstehen viele Gefahren, doch spüren sie, dass der Feind ihnen dicht auf den Fersen ist. Und die große Frage bleibt: Wo ist der Ring sicher?

Meine Meinung

Ich habe dieses Buch jetzt schon bestimmt das fünfte Mal gelesen. Der erste Band der Ring-Trilogie ist mein absoluter Lieblingsband, was sicherlich viele nicht nachvollziehen können, aber ich liebe den Anfang so sehr. Die Beschreibungen vom Auenland, die Geburtstagsfeier von Bilbo und die erste Etappe der Hobbits auf ihrer Fahrt - ich lese die ersten 200 Seiten immer so gerne. 

Ich kann durchaus verstehen, dass viele Leute Probleme haben, bei Der Herr der Ringe durchzuhalten. Es ist nicht zu verleugnen, dass Tolkien gerne mal abschweift und viele Einzelheiten und Kleinigkeiten genaustens beschreibt und erklärt. Das kann durchaus mal für den ein oder anderen Durchhänger beim Lesen führen, doch erstaunlicherweise stört mich Tolkiens Detailverliebtheit sehr wenig bis gar nicht, da man sich beim Lesen wirklich alles bildlich vorstellen kann und ich habe jedes Mal das Gefühl, dass ich mitten drin bin in der Geschichte und Frodo und seine Freunde bei ihrem gefährlichen Abenteuer begleite.

Auch merkt man im Vergleich zu Der Hobbit eine qualitative Verbesserung des Schreibstils, alles ist viel erwachsener und authentischer. Auch die Übersetzung ist in meinen Augen mehr als gut gelungen (ich besitze die Ausgabe mit der Margaret Carroux-Übersetzung), auch wenn einige kritisieren, dass die deutsche Version zu hochgestochen klingt und dass sie maßgeblich (und wohl fälschlicherweise) dazu beigetragen habe, dass wir in Deutschland glauben, dass Fantasy-Bücher immer in hochtrabendem Deutsch geschrieben sein müssen. Dabei soll Margaret Carroux sogar teilweise mit Tolkien zusammen gearbeitet haben, während sie die Bücher übersetzte. So sollen sie gemeinsam für die Bezeichnung Elben verantwortlich sein, während die Geschöpfe im Original Elves heißen (für weitere Hintergrundinformationen empfehle ich diesen WIKIPEDIA-ARTIKEL, auch wenn ich weiß, dass man Wikipedia nicht zu 100% trauen kann).

Auch wenn die ersten 200 Seiten zu meinen Lieblingsstellen im Buch gehören, mag ich es genau so gerne, wenn Aragorn zu der Gruppe hinzu stößt und sich in Bruchtal letztendlich die Gemeinschaft des Ringes bildet. Gimli und Legolas sind, wie auch in den Filmen, ein lustiges Gespann und bereiten viel Freude, doch auch die Spannung und Action kommt nicht zu kurz. Wobei man da Tolkien vorhalten muss, dass er kein leidenschaftlicher Autor ist. Er kann zwar gut Details beschreiben und ist sehr sprachgewandt, doch bei emotionalen Szenen fällt es ihm schwer, die nötigen Gefühle richtig rüber zubringen und zu vermitteln. So geschieht es häufiger, dass ein Charakter - meistens Gandalf - etwas aufregendes und gefährliches erlebt, der Leser aber nicht dabei ist und die Geschehnisse später nur aus Gandalfs Berichten erfährt. So werden im Grunde hochdramatische Ereignisse oftmals in nur ein oder zwei Sätzen erzählt, was zwischendurch ein bisschen schade ist.

Trotz der Kritik, was die emotionale Tiefe des Buches betrifft, handelt es sich bei Der Herr der Ringe - Die Gefährten auf jeden Fall um ein packendes und tolles Buch, das den Meilenstein im Genre Fantasy gelegt hat. Die Welt, die Tolkien da erschaffen hat, ist wirklich atemberaubend und faszinierend. Es macht immer wieder Spaß, in Mittelerde einzutauchen und den großen Ringkrieg wieder und wieder zu erleben.

Fazit

Auf jeden Fall gehört das Buch zu den großen Klassikern und man sollte es eigentlich mal gelesen haben. Ganz klar gehört viel Zeit dazu und auch die Lust, aber es eine große Freude, die Geschichte zu lesen. Der Schreibstil ist authentisch und die Handlung unheimlich gut durchdacht, jeder Stein in dem Buch hat seine Jahrtausendealte Geschichte, die erzählt werden will. Und das Ende des ersten Bandes macht gehörig Lust auf mehr! Ich vergebe abschließend


Sonstige Infos
Autor: J. R. R. TOLKIEN
Titel: Die Gefährten
Orig. Titel: The Fellowship of the Ring
Reihe: 01 von 03
Verlag: Klett-Cotta, Taschenbuch
Seiten: 491
Preis: Diese Übersetzung 49,95€ Gesamtausgabe, Krege Übersetzung 14,95€


Kommentare:

  1. Ich hab Herr der Ringe mit 12 gelesen und fand es eigentlich ganz, vor allem den ersten Teil, kann deswegen deine Rezi voll und ganz nachvollziehen.
    Muss die Reihe auch mal wieder lesen, auch wenn ich mich frage, ob ich sie heute auch noch gut oder vll sogar noch besser finden würde, is ja immerhin schon 11 Jahre her. (Gott bin ich alt oO^^)

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    1. Hallo Dreamcatcher,
      ich muss gestehen, so jung war ich nicht, als ich die Trilogie das erste Mal komplett gelesen habe. Beim ersten Band war ich so um die 14, aber erst nach meinem Abitur mit 18, fast 19 Jahren, hatte ich die Zeit und Muße, alle drei Bände hintereinander wegzulesen.
      Es freut mich, dass meine Rezension deine Empfindungen widerspiegelt, für mich bedeutet der erste Band einfach "Heimat", dabei kann ich es gar nicht so genau beschreiben...
      Haha, ja, das geht wohl allen so :D Ich merke es auch immer wieder, wie schnell die Zeit vergeht und dass man langsam aber sicher wirklich alt wird xD
      Liebe Grüße, KQ

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  2. Ich lese die Beschreibung des Auenlandes auch ganz gerne mal ohne den Rest des Buches ^^
    Besonders, da ich dabei im Hinterkopf habe, welche Schrecken in den Büchern noch auf unsere Helden warten, finde ich diese Seiten besonders idyllisch.

    Ich würde aber nicht sagen, dass HdR qualitativ besser geschrieben ist, als der Hobbit. Da dieser für Kinder geschrieben wurde und der HdR für Erwachsene [ursprünglich sollte das eigentlich nicht so sein. Man stellte sich die HdR-Bücher mal in einer Kinderfassung vor ^^] hat man natürlich deutliche Unterschiede, aber das schmälert die Qualität des Buches in meinen Augen nicht.

    Ich habe noch immer ein paar Tolkien-Bücher ungelesen im Regal stehen... allerdings bin ich [noch] nicht bereit dem Silmarillion Chance 3.0 zu geben *seufz* Dieses Buch nagt schlichtweg an meinen Nerven.
    Auch merkt man im Vergleich zu Der Hobbit eine qualitative Verbesserung des Schreibstils, alles ist viel erwachsener und authentischer.

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    1. Hallo Mo,
      ich mache das zwischendurch immer mal wieder gerne, dass ich den ersten Band zur Hand nehme und die ersten 50 Seiten "einfach mal so" lese und das Buch dann wieder zurück ins Regal stelle und etwas anderes lese. Du hast nämlich vollkommen recht, diese Seiten sind unheimlich idyllisch und vermitteln mir das Gefühl von Heimat.

      Ja okay, natürlich muss man bedenken, dass Der Hobbit sich an Kinder richtet und Der Herr der Ringe eben nicht, aber von der Übersetzung her liest sich, trotz der "schwülstigen Sprache", HDR meiner Meinung nach flüssiger (auch wenn ich weiß, dass Der Hobbit von Walter Scherf übersetzt wurde und nicht von Frau Carroux).

      Ich habe schon vor, irgendwann mal die anderen Tolkien-Bücher zu lesen, bisher habe ich mich ebenfalls nicht dran gewagt und besitze sie auch nicht. Aber auch ich habe gehört, dass Das Silmarillion sehr sehr seeeehr anspruchsvoll sein soll, da habe ich echt noch Skrupel vor.

      Liebe Grüße, KQ

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  3. Den ersten Band habe ich damals mit 12 auch noch geschafft. Beim zweiten Teil verlor ich dann schnell die Geduld. :D
    Ich denke, dass ich irgendwann nochmal die gesamte Trilogie lesen muss. Eigentlich gehört es ja zu einem Must-Read eines jeden Lesers. :)
    Eventuell würde ich heutzutage auch etwas besser mit den teilweise langatmigen Beschreibungen oder Abschweifungen zurecht kommen als damals.
    Jedenfalls war es bei mir auch so, dass ich den ersten Teil von allen am liebsten mochte (zumindest was die Filme angeht, da kenne ich ja alle drei Teile. :D)
    Der erste Teil ist nämlich noch sehr "zauberhaft" oder "magisch", man wird in eine fremde Welt entführt, erlebt Abenteuer. Alles ist irgendwie episch. Die Fortsetzungen haben ja hauptsächlich Schlachten und Kämpfe zum Inhalt und sind auch ansonsten ziemlich düster.
    Jedenfalls hat mir deine Rezi total Lust gemacht, HdR mal wieder zu lesen (und zwar komplett!) :D

    Liebe Grüße

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    1. Hallo Erina,
      tatsächlich ist der erste Band, obwohl er der dickste von allen drei ist, der "leichteste". Immer wenn ich vor hatte, die Bücher zu lesen, habe ich auch nur den ersten geschafft. Erst im Alter von achtzehn Jahren besaß ich dann das Durchhaltevermögen, alle drei Bände zu lesen.

      Ich denke auch, dass Der Herr der Ringe auf gewisse Art und Weise ein Must-Read ist, nehme es aber niemandem übel, der die Bücher nicht gelesen hat, da sie doch Zeit und Aufmerksamkeit beanspruchen. Aber ich denke, dass jeder die Geschichte zumindest im Ansatz kennen sollte.

      Ich finde von den Filmen her auch den ersten sehr toll, alles wirkt so beschaulich, gemütlich und farbenfroh. Wobei ich sagen muss, dass kein Filmteil mein Lieblingsteil ist, da es in jedem etwas gibt, was ich besonders mag und was in den anderen beiden Teilen fehlt. Hach :)

      Es freut mich ungemein, dass du durch meine Rezension alle drei Bücher jetzt mal lesen möchtest :) Denn genau dafür schreibe ich ja solche Rezensionen - um meinen Leser die Lust auf Bücher zu machen!

      Liebe Grüße, KQ

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  4. Ich lese gerade den 3. Band und ich mag die Bücher total gerne. Ich habe die Übersetzung von Wolfgang Krege und habe gehört, dass die von Margaret Carroux besser sein soll. Ich nöchte beide lesen, damit ich mir da selbst ein Bild machen kann, aber da muss ich erstmal schauen, wo ich das herbekomme :D

    LG; Sandrina

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    1. Hallo Sandrina,
      ich bin jetzt gerade mit dem zweiten Band durch, der dritte muss aber leider noch ein bisschen warten, da ich noch zwei andere Bücher dazwischen schieben muss. Ich kenne von Wolfgang Krege nur die Hobbit Übersetzung, die er wirklich gut gemacht hat. Ob seine Herr der Ringe Übersetzung wirklich so schlecht ist, kann ich nicht sagen, da ich nur Ausschnitte von ihr kenne. Ich denke einfach, dass sie gewöhnungsbedürftiger ist für alle, die die Carroux-Übersetzung kennen. Und umgekehrt.
      Die Carroux-Übersetzung gibt es noch zu kaufen, aber nur als rote Gesamtausgabe für 50€ (zu finden HIER BEI AMAZON). So viel Geld kostet natürlich Überwindung und so eine Gesamtausgabe ist zum Lesen denkbar unpraktisch...
      Liebe Grüße, KQ

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  5. Hallo,

    deine Rezension fasst so ziemlich alles Wichtige zusammen, was es zu diesem Buch zu sagen gibt. Sie ist sehr aufschlussreich und verleitet zum Lesen. Wenn du möchtest, verlinke ich sie gerne in meiner Rezension, die morgen online geht. :)

    Liebe Grüße
    Henrik

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    1. Hallo Henrik,
      danke für deinen Kommentar. Es freut mich, dass dir meine Rezension gefällt und ich bin auch sehr auf deine gespannt, über einen Link zu ihr würde ich mich freuen :)
      Liebe Grüße, KQ

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