Dienstag, 2. September 2014

Filmrezension ~ Lucy

Hallo Leute,
letzte Woche war ich noch mal im Kino und zwar habe ich mir mit meiner besten Freundin den Film Lucy angesehen. Ich schätze mal, dass ihr alle schon mal von dem Film gehört habt, in dem eine junge Frau ein Drogenpaket in ihren Unterleib eingenäht bekommt, woraufhin dieses reißt und die Drogen frei in ihren Körper strömen, sodass sie übermäßig stark und intelligent wird. Zuvor hatte ich nur gehört, dass der Film sehr sonderbar sein soll und dass man ihn entweder richtig gut findet, oder richtig scheiße. 

© Universal Pictures Germany

Inhalt

Die US-Studentin Lucy (Scarlett Johansson) ist auf Party-Urlaub in Taipeh, wo sie von ihrem neuen Freund, dem Kleinkriminellen Richard (Pilou Asbaek), gebeten wird, einen Koffer an den mysteriösen Mr. Chang (Choi Min-sik) zu übergeben. Bei der Übergabe geht alles schief, Richard wird hingerichtet und Lucy von Mr. Chang gefangen genommen. Um dem Schlamassel zu entkommen, soll sie eine neuartige Superdroge nach Europa schmuggeln. diese wird ihr gegen ihren Willen in den Bauch implantiert. Wieder geht jedoch alles schief, Lucy wird zusammengeschlagen und dabei wird die gefährliche Substanz in ihrem Körper freigesetzt. Lucys Panik verwandelt sich allerdings schnell in Erstaunen, als sie merkt, dass die Droge ungeahnte Kräfte ausgelöst hat. Nach und nach wird sie immer stärker, denkt immer schärfer und entwickelt übermenschliche Fähigkeiten, mit denen sie ihren Peinigern entkommen kann. Während Lucy sich mit dem renommierten Hirnforscher Professor Samuel Norman (Morgan Freeman) in Verbindung setzt, um zu erfahren, was mit ihr geschieht, setzt Mafioso Jang seine Schergen auf Lucy an, die die junge Frau zum Schweigen bringen sollen... QUELLE

Meine Meinung

Ich muss ja sagen, dass ich Scarlett Johansson sehr gerne mag. Früher, als ich jünger war, fand ich sie doof, mittlerweile muss ich sagen, dass Filme mit ihr mir immer sehr gut gefallen haben. So war ich auf Lucy ungemein gespannt, da der Film ja die Nation spaltet. Allein schon die Theorie, die aufgestellt wird, was man möglicherweise alles tun kann, wenn man nur 5 - 10% mehr Gehirnfähigkeiten nutzt als gewöhnlich, geschweige denn insgesamt 100% zu nutzen, hat mich wahnsinnig interessiert und halte ich für ein gelungenes Filmkonzept. 

Der Film beginnt sehr merkwürdig. Man beobachtet ein Urzeitwesen, affenähnlich, das an einem Fluss Wasser trinkt. Wer sich ein bisschen für Evolution interessiert und den Filmtitel mit der Anfangsszene richtig kombiniert, der wird ahnen, dass dort Lucy gezeigt wird, unsere bis dato älteste ermittelte Vorfahrin. Es gibt einen Cut und man wechselt zu Lucy, die von Scarlett Johansson gespielt wird. Sie ist eine junge Studentin und denkt nur an Party und Spaß. Zusammen mit ihrem Freund Richard, den sie erst vor wenigen Tagen auf einer Party kennengelernt hat, steht sie in Taipeh vor einem Hotel. Anhand der Inhaltsangaben und der Trailer, die man so im Internet finden kann, dachte ich vorher immer, Lucy wäre so ein naives Blondchen, das sich, dumm wie es ist, von einem Lover in ein Drogengeschäft reinziehen lässt. Ich war positiv überrascht, dass dem nicht so ist und dass Lucy keine Wahl bleibt und sie den Koffer, den Richard ihr aufzwingt, wohl oder übel ins Hotel zu einem Drogenbaron bringen muss. Danach läuft alles aus dem Ruder. Unterbrochen werden diese Szenen mit Einschüben aus dem Tierreich, in denen man Geparden sieht, die sich an eine Antilope anschleichen und sie jagen wollen. Völlig verwirrend, das Ganze.

Lucy gerät also völlig unfreiwillig in die Fänge des chinesischen Mafiabosses, der ein Päckchen mit Drogen in ihren Unterleib einsetzen lässt. Sie soll die Drogen nach Europa schmuggeln. Die ganze Zeit über waren Lucys Emotionen, Ängste und ihre Panik völlig authentisch und überzeugend gespielt. Man nahm Scarlett Johansson es komplett ab, wirklich Angst zu haben und ich habe richtig mitgefiebert und -gelitten.

Während Lucy also Todesängste und -qualen durchleidet, erlebt man Szenen in einem Uni-Hörsaal, in dem der renommierte Hirnforscher Professor Samuel Norman einen Vortrag hält und über die Möglichkeiten spekuliert, die ein Mensch hätte, der mehr als 10% seiner Hirnfähigkeiten nutzen könnte. Diese Szenen haben mir sehr gut gefallen, da ich sie wirklich interessant fand und sie in meinen Augen stellenweise sogar nachvollziehbar waren. Diese beiden Handlungsstränge - Lucy, die Drogen eingesetzt bekommt, und Professor Samuel Norman, der über die Leistungsfähigkeit vom menschlichen Gehirn fachsimpelt - werden miteinander verstrickt, als das Drogenpaket in Lucys Unterleib reißt und die Drogen in ihrem Körper freigesetzt werden. Schnell stellt sie fest, dass ihre geistigen und körperlichen Leistungen rapide angestiegen sind und dass sie ihre Emotionen komplett abstellen kann. Ab da beginnt der richtige "Mindfuck". 

Lucys Fähigkeiten steigern sich zunehmen und sie ist zu immer mehr Möglichkeiten in der Lage. Sie kann alles sehen und spüren, durch Menschen und Gegenstände hindurchsehen, gleichzeitig verliert sie komplett ihre Empathie. Mehrmals im Kino saß ich da und konnte nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, da alles einfach völlig irre war. Was ich aber überhaupt nicht negativ meine. Es war alles irre, aber gleichzeitig auch richtig gut. Der Film überrollt den Zuschauer wie eine Walze, es ist ein gewaltiges, farbenprächtiges Feuerwerk und man weiß gar nicht, wo man zuerst hinsehen soll. Immer wieder überrascht der Regisseur Luc Besson mit neuen, irren Ideen, wozu ein Mensch noch fähig sein könnte, hätte er zu mehr Gehirnleistung Zugriff. Irgendwann ist der Film nur noch ein in schillernden Farben leuchtendes WTF, doch ich war völlig mitgerissen. Nur noch ein Hinweis: sobald es ins Universum geht - versucht einfach nicht mehr, es zu verstehen. Es klappt eh nicht.

Zudem mochte ich, dass Lucy nicht hinnimmt, was mit ihr passiert ist, und dem chinesischen Mafiaboss sein Geschäft vermiesen will. Dass der das nicht auf sich sitzen lässt ist natürlich auch klar. So gibt es viel spannende Action mit Maschinengewehren, Explosionen und allem, was dazu gehört. Ich fand nur schade, dass der Arzt, der Lucy das Paket eingesetzt hat, später nicht mehr vorkam. Ich hätte gerne gewusste, was aus dem wird. 

Man darf auf jeden Fall nicht vergessen, dass dies hier nur ein Film ist. Niemand behauptet, dass das, was in dem Film gezeigt wird, überhaupt möglich wäre. Viele haben sich beschwert, wie unrealistisch der Film sei, aber ganz ehrlich: wenn ich etwas realistisches sehen möchte, dann schaue ich mir eine Dokumentation an und keinen Kinofilm. Punkt. 

Fazit

Lucy war in meinen Augen ein absolut verrückter, abgedrehter, aber auch extrem cooler Film, der mir viel Spaß gemacht hat, auch wenn ich zwischendurch sehr verwirrt war. Die Charaktere haben mir sehr gut gefallen, allen voran Lucy selber, die von Scarlett Johansson meisterlich gespielt wurde. Insgesamt war der Film bildgewaltig und einfach mal was Anderes, was im Hollywood-Einheits-Brei eine tolle Abwechslung war. Ich vergebe abschließend


Kinostart Deutschland: 14.08.2014
Genre: Science-Fiction/Action
FSK: ab 12 freigegeben
Laufzeit: 89 Min.
Produktionsjahr: 2014
Verleih: Universal Pictures Germany


Kommentare:

  1. Also davon mal abgesehen, dass diese Theorie von der Hirnleistung ja ziemlich unrealistisch ist, da man ja 100% seines Gehirnes benutzt, fand ich die Idee dennoch toll. Und auch die erste Hälfte fand ich super.
    Allerdings waren mir dann zu viele unlogische Sachen enthalten. Beispielsweise verstehe ich nicht, was die erhöhte Hirnleistung mit dem Selbsterhaltungstrieb der Zellen zu tun hat, weil dieser Trieb ja auch bei geringerer Hirnleistung da ist und dies einfach damit mMn nichts zu tun hat :D
    Außerdem fand ich es auch ziemlich damlich, dass sie ihre Angreifer nicht per Telekinese oder wie das heißt ausschaltet und es so dann zu einer Schießerei kommen musste. Also solche Sachen halt.
    Also 1. Hälfte super, 2. doof xD

    Aber schön, dass dir der Film so super gefallen hat. Ich habe bisher nur ähnlich Meinungen wie meine zu hören bekommen. :)

    Ganz liebe Grüße
    Anna

    anna-buecher.blogspot.de

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  2. Hui ich freue mich schon sehr, den Film auch endlich zu sehen :D

    Liebste Grüße,
    Vivka

    http://a-winterstory.blogspot.de

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