Montag, 19. November 2012

Rezension ~ Die Suche nach WondLa von Tony DiTerlizzi

Hallo Leute,
erst am Donnerstag habe ich euch ja von meinen Neuzugängen erzählt, bei denen sich auch das Buch Die Suche nach WondLa von Tony DiTerlizzi befunden hat. Da mich der Klappentext sehr angespracht, wollte ich es ganz schnell lesen. Nun, gesagt - getan.

Inhalt                                                                             

Die 12-jährige Eva Neun lebt zusammen mit Muddr, ihrem Erziehungsroboter, alleine in einem Refugium unter der Erde. Aufgrund von Muddrs Regeln darf Eva nie an die Oberfläche, oder in irgendeiner anderen Art und Weise das Refugium verlassen, was Eva sehr stört. Warum hat sie noch nie einen anderen Menschen gesehen? Wieso wird sie von einem Roboter aufgezogen und was ist mit ihren Eltern? Und weshalb auch immer darf sie nicht nach Oben? Als eines Nachts ihr Refugium überfallen und dabei zerstört wird, muss Eva an die Oberfläche fliehen. Und auch wenn sie seit Jahren mit Muddr und der Hilfe von Hologrammen das Überleben außerhalb des Refugiums trainiert hat, konnte sie Nichts auf das vorbereiten, was sie draußen erwartet. Bald schon muss Eva durch eine ihr unbekannte Welt reisen, auf der viele Gefahren lauern. Doch auch hier findet sie Hilfe und Unterstützer - aber immer noch keine anderen Menschen...

Meine Meinung                                                                         

Grundsätzlich war das Buch in erster Linie ein purer Cover-Kauf. Mir ist das Buch schon vorher aufgefallen, was besonders an dem wunderschönen Cover liegt. Dann habe ich einige positive Rezensionen gelesen, zum Beispiel die bei SUNNYS BÜCHERWELT. Als dann Lisa von BOOKS&SENSES in ihrem REGALVIDEO das Buch gezeigt hat und es mir bei meinem Frust-Bücher-Kauf über den Weg "lief", war es dann endgültig um mich geschehen und ich musste es mitnehmen, obwohl ich immer noch nicht wirklich wusste, worum es in dem Buch geht. Ich wollte es einfach auf der Stelle haben. Neben einem wunderschönen Cover hat das Buch auch eine spannende, lustige, herzerwärmende, erschütternde, traurige, liebevolle und gelungene Geschichte zu bieten.

Eva Neun als Hauptcharakter hat mir, bis auf wenige Ausnahmen (dazu später), sehr gut gefallen. Für ihre zwölf Jahre verhält sie sich recht häufig doch sehr erwachsen und besticht durch ihre Neugierde, ihre Abenteuerlust und ihren Mut. Ständige Begleiter sind Muddr, der menschenähnliche Roboter, der als eine Art Mutterersatz für sie dient und das Omnipod, so etwas wie ein Taschencomputer, der Hologramme erzeugen und individuell auf Eva eingehen kann. Als sie ihr Refugium verlassen und an die Oberfläche muss, ist sie noch sehr abhängig von Technik und Fürsorge, auch wenn es sie im Refugium immer gestört hat. Doch nach gewisser Zeit wird sie selbstständiger und kann mit der Natur und ihrer Umgebung immer besser umgehen. Evas Ziel ist es, andere Menschen zu finden, aber niemand kann ihr sagen, wo sich die anderen aufhalten. Ihr einziger Anhaltspunkt ist ihr WondLa, ein Bild mit einem Mädchen, einem Erwachsenen und einem Roboter, die glücklich über eine Wiese laufen und auf dem die restlichen Fragmente von Wörtern zu erkennen sind - daraus hat Eva das Wort WondLa konstruiert.
Muddr, der Roboter von Eva, ist kein Roboter, wie wir ihn kennen. Er ist sehr fürsorglich und scheint zu echten Gefühlen fähig. Eva ist ihr, denn Muddr ist sicherlich weiblich konzipiert, ungeheuer wichtig und sie achtet immer penibel darauf, dass es ihrem Schützling gut geht. Neben Liebe scheint sie auch Angst, Zweifel, Skepsis, Wut und dergleichen empfinden zu können und ist, wie ein Mensch, immer noch lernfähig.
Auf ihrer Reise lernt Eva den Coeliner Wanderlin kennen. Er ist die bläuliche Gestalt, die links auf dem Cover zu sehen ist. Nach anfänglichen Kommunikationsschwierigkeiten, da beide unterschiedliche Sprachen sprechen, werden sie gute Freunde und reisen zusammen, um andere Menschen zu finden, zu denen Eva gehen könnte. Die beiden retten sich gegenseitig immer wieder mal das Leben und nach anfänglicher Scheu freunden sich auch er und Muddr miteinander an.

Besonders auffällig an der Handlung ist, dass die Technik sehr weit entwickelt ist, viel weiter, als bei uns. Eva ernährt sich von Nährstoffdragees, ihr Refugium kann optisch mit Hologrammen verschönert werden und die Fasern ihrer Kleidung ziehen sich zusammen, wenn es kälter wird, um sie zu schützen. Auch ihr Omnipod geht auf individuelle Fragen und Bedürfnisse von Eva ein und kontaktiert sie, wenn sie zu wenig getrunken oder sich verletzt hat.
Insgesamt hat mir der Mix aus Fantasy und hoch entwickelter Technik sehr gut gefallen. Aber schon recht am Anfang bemerkt man, dass es sich bei diesem Roman und Science Fiction, also SiFi handelt, was ich zuerst nicht gedacht hätte. Aber die Idee hat mir wirklich unglaublich gut gefallen und war in meinen Augen von dem Autor sehr gut umgesetzt. Auch die Welt, die er erschaffen hat, hat mich von den Socken gehauen. So viel Einfallsreichtum ist wirklich unglaublich. Er hat Pflanzen und Lebewesen entworfen, von denen ich so noch nicht in anderen Büchern gelesen habe und die wunderschönen Zeichnungen, die im kompletten Buch immer in Grüntönen gehalten sind, verhelfen dem Leser, sich in die Welt hineinzufinden.

Nachdem Eva aus ihrem Refugium fliehen muss, hält die Welt noch einige Überraschungen für sie parat und zudem wird sie auch noch verfolgt und muss fliehen und sich verstecken, denn ein Draeconer (rechts auf dem Cover), hat es auf sie abgesehen. An was ich mich allerdings ein wenig gestört habe - und jetzt komme ich auch zu dem Knackpunkt von Eva - ist, dass sie sich häufig sehenden Auges in Gefahr begeben hat. Als Leser und auch Evas Begleiter wussten, dass Gefahr auf sie lauert und sie geht trotzdem alleine durch die Stadt, oder watet trotzdem weiter in den Tümpel und so weiter. Ihre kindliche Naivität diesbezüglich hat mich manchmal doch arg gestört und dadurch hat sie auch schon mehrmals nicht nur sich in Gefahr gebracht.

Schon mitten in der Handlung gibt es einige rasante Actionszenen und Verfolgungsjagden, die das Buch sehr spannend und aufregend machen. Besonders am Ende läuft alles auf einen Showdown hinaus und ja, ich musste tatsächlich weinen. Wer das Buch kennt, der wird das vielleicht übertrieben finden, dass (Spoiler: ich um einen Roboter geweint habe). Ebenso werden kurz vor Ende einige Geheimnisse gelüftet, die ich auch erst kurz vorher vermutet hatte. Sie haben mich sehr überrascht und lassen ein großes Fragezeichen im Kopf zurück.
Das Buch endet mit einem unglaublich fiesen Cliffhanger und lässt Eva und vor allem den Leser ziemlich verdutzt zurück, sodass man natürlich sofort wissen möchte, wie es weiter geht und was das Ende zu bedeuten hat.

Fazit                                                                                            

Bis auf wenige Ausnahmen, die hauptsächlich mit Evas Naivität zu tun haben, hat mir das Buch sehr gut gefallen und lässt auf eine tolle Fortsetzung hoffen. Die Zeichnungen sind wunderschön und die Geschichte strotzt nur vor Ideenreichtum. Das Buch ist auf jeden Fall auch etwas für ältere Kinder, unter zwölf Jahre würde ich es wohl nicht empfehlen. Ich vergebe abschließend


Sonstige Infos
Autor: Tony DiTerlizzi
Titel: Die Suche nach WondLa
Originaltitel: The search for WondLa
Reihe: Band 01 von geplanter Trilogie, Band 02 erscheint wohl Herbst 2013
Verlag: cbj, Gebunden mit Schutzumschlag
Seiten: 512
Preis: 16,95€

Kommentare:

  1. Oh, du hast ja meine Rezi erwähnt. :)
    Es freut mich, dass dir das Buch im Großen und Ganzen gefallen hat. Mich hat Evas Naivität nicht so gestört, manche 12 j. sind ja auch im realen Leben gerade in der Phase, in der sie sich sehr überschätzen oder alles was Erwachsene sagen in Frage stellen. Das mit dem Foto fand ich genial und ich habs bis zum Ende nicht gecheckt. Was mich dann total gewundert hat. :)
    Schöne Rezi!
    LG
    Sunny

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    1. Ja natürlich habe ich dich erwähnt, ich gebe meine Quellen ja schließlich an :)
      Ich habe mich auch darüber geärgert, dass mich Evas Naivität gestört hat, eben WEIL ich die ganze Zeit im Hinterkopf hatte "Die ist erst 12, da weiß man vieles noch nicht und testet seine Grenzen aus, da hat man noch nicht so viel Lebenserfahrung wie mit 21, jedes Kind ist so, du warst selber so mit 12, wenn nicht sogar schlimmer..." aber dennoch dachte ich bei besagten Szenen immer "Oh mann, wie doof, das war unnötig." Ich konnte diese Gedanken einfach nicht abstellen^^
      Ja das mit dem Foto habe ich auch erst gecheckt, als es aufgelöst wurde, aber ich hatte schon vorher eine Vermutung, was es mit dem Planeten auf sich hat und was er eigentlich ist. Wobei ich diese Vermutung wirklich erst kurz vor der Auflösung bekam, weswegen ich es trotzdem nicht vorhersehbar fand.
      Liebe Grüße, KQ

      P.S. Übrigens danke für deinen Kommentar, der war der 900. auf meinem Blog :)
      L

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  2. Oh wie toll, du hast das Buch schon durch? Wow. Und es klingt wirklich gut ... Ich denke, das ist ein Buch, dass mir auch gefallen könnte, vor allem wirkt es echt außergewöhnlich, sowohl von der Handlung als auch von der Umgebung.
    Wunschliste ahoi!
    Und das Cover ist ja wirklich wunderschön. :)

    Viele Grüße
    Miyann

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