Sonntag, 4. November 2012

Rezension ~ Enchanted Ivy von Sarah Beth Durst

Hallo Leute,
meine Güte, war das eine anstrengende Woche. Meine Kollegin hatte Urlaub und ich musste ein paar Mal für sie einspringen, sodass ich am Freitag vormittags Uni hatte und direkt danach zur Arbeit musste bis abends und dann wieder Samstag früh bis später Nachmittag durchgehend und auch am Mittwoch und am Montag. Selbst der freie Donnerstag konnte mich nicht entspannen. Ich habe es noch nicht mal geschafft, einkaufen zu gehen (blöder Feiertag). Aber nun genug der Jammerei, weiter geht es mit den wichtigen Themen: wieder komme ich dem Ende der Challenge LET'S READ IT IN ENGLISH... ONCE MORE! von BOOKS&SENSES einen Schritt näher. Dafür (und natürlich auch, weil es mich interessierte) habe ich das Buch Enchanted Ivy von Sarah Beth Durst gelesen. Mein Stand für die Challenge beträgt nun 08/10.

Inhalt                                                                             

Seit sie klein ist kann sich Lily nichts anderes vorstellen, als später in Princeton zu studieren. Ihr Großvater gehörte dort damals einer Studentenverbindung an und erzählt Lily die tollsten Geschichten über seine Zeit als Student an der Universität. Als ihr Großvater nun zu dem alljährlichen Ehemaligen-Fest fährt, da er und sein Jahrgang 50 Jahre Abschluss feiern, nimmt er erstmals Lily und deren Mutter Rose mit, die an sogenannten Brain Hiccups (Gedächtnis-/Hirnaussetzern) leidet. Als Lily von ihrem Großvater seinen alten Freunden aus der Studentenverbindung vorgestellt wird, erfährt sie, dass ihr eine besondere Ehre zuteil wird: sie darf einen Test absolvieren, den sogenannten Legacy Test. Wenn sie diesen besteht, wird sie ohne wenn und aber in der Princeton Universität aufgenommen und wird zudem automatisch Mitglied in der Studentenverbindung. Begeistert macht sich Lily daran, den Test zu bestehen, der darin besteht, einen Schlüssel, den Ivy Key, zu finden, und bekommt unerwartete Unterstützung von dem jungen Studenten Tye, dessen Haare aussehen wie das Fell eines Tigers. Während der Suche muss Lily feststellen, dass es an der Universität nicht mit rechten Dingen zu geht und sie beginnt an ihrem Verstand zu zweifeln, als ein Wasserspeier ihr erzählt, dass es neben dem normalen Princeton auch ein magisches Princeton gibt. Und eben jener Ivy Key kann die Tore zwischen beiden Parallelwelten öffnen. Plötzlich sieht sich Lily zusammen mit Tye in einem Kampf zwischen zwei verschiedenen Welten und bekommt es mit Feen und Einhörnen und sogar einem angriffslustigem Drachen zu tun.

Meine Meinung                                                

Dieses Buch lässt mich sehr im Zwiespalt zurück. An sich hat es mir ganz gut gefallen, sonst hätte ich das ja nicht an zwei Tagen fertig gehabt, aber gleichzeitig hat es einige Mängel aufzuweisen, die mich in meinen Augen doch schon arg gestört haben. Aber nun einmal alles auf Anfang.

Die Idee hinter dem Buch fand ich wirklich super. Eine Universität, die gleichzeitig noch einmal in einer magischen Parallelwelt existiert, eine junge Frau, die auf Fabelwesen trifft und in einen gefährlichen Krieg gerät und ein geheimer verschollener Schlüssel, der tief in den Gemäuern der Universität gefunden werden will. Einige Dinge waren sehr gut umgesetzt, andere leider weniger. Das Cover ist jedenfalls leider nicht so mein Fall, da gefällt mir das deutsche Cover doch eindeutig besser (guckst du HIER).

Die Charaktere und somit auch Lily blieben für mich alle leider ziemlich blass. Sie waren in meinen Augen in ihren Ansichten festgefahren oder dann wiederum zu wankelmütig - das klingt jetzt vielleicht komisch, aber lasst es mich so erklären: einerseits haben sie sich von manch ihren Vorstellungen überhaupt nicht abbringen lassen und manche Dinge haben sie einfach so hingenommen oder akzeptiert, ohne es zu hinterfragen.

Dennoch waren Lily und vor auch Tye nicht unsympathisch. Sie ist das typische Mädchen von neben an. Nicht besonders auffällig und stand nie im Mittelpunkt. Sie kümmert sich um ihre kranke Mutter und unterstützt den Großvater im Blumengeschäft. Viele Freunde hat sie nicht, ihre Mitschüler halten sie wegen ihrer Mutter für einen Freak. Er ist der mysteriöse gut aussehende Typ, der eine sofortige Anziehungskraft auf sie ausübt und obwohl Lily bisher nie jemandem großartig aufgefallen ist, steht er natürlich auf sie. Um das ganze noch abzurunden muss natürlich noch ein weiterer junger Mann dazugedichtet werden: Jake, der Enkel von dem besten Freund von Lilys Großvater. Jake ist groß, muskulös, blond und sieht aus wie ein Engel, ist schon ein Jahr an der Universität und ebenfalls in der Verbindung. Dadurch weiß auch er um die magische Gegenwelt zu Princeton. Und natürlich hat auch er sofort ein Auge auf Lily geworfen. Wer andere Rezensionen von mir gelesen hat, der weiß, dass ich für diese Dreiecksgeschichten überhaupt nicht zu haben bin. Ich finde es beim Lesen immer äußerst lästig und ärgerlich. Ein bisschen hat mich auch genervt, dass Lily im Buch immerzu geschrien hat, wenn irgendetwas passierte.
  
Besonders schwierig zu fassen war für mich Lilys Mutter Rose. Das lag selbstverständlich unter anderem an den Hiccups, aber natürlich auch an ihren seltsamen Wesen, was ganz klar von der Autorin gewollt war. Erst gegen Ende bekommt man ein Bild von ihr und kann sie sich besser vorstellen, ihre Art besser verstehen. Das wiederum hat mir ganz gut gefallen, da es in meinen Augen sehr gut durchdacht war.

Die Handlung kommt sehr schnell in Fahrt. Alles, was im gesamten Buch geschieht, spielt sich innerhalb von zwei Tagen ab - mein nächster Kritikpunkt: ich finde es sehr unglaubwürdig, dass so viel binnen zweier Tage geschehen kann. Erst recht nicht, dass sich irgendwelche tiefen romantischen Gefühle entwickeln. Hätte das alles mehr Zeit beansprucht und mehrere Tage/Wochen gedauert, hätte ich das durchaus besser gefunden.

Aber nun genug zur negativen Kritik, denn das Buch hat auch seine guten Seiten. Die Handlung ist wirklich oftmals ziemlich spannend und actionreich. Tatsächlich gibt es eine Menge Kampfszenen und es fließt sogar nicht allzu knapp Blut. Dennoch wirkt es irgendwie nicht fehl am Platz. Außerdem hat die Autorin einen sehr schönen bildhaften und angenehmen Schreibstil, der dafür sorgte, dass sich das Buch einfach so runter lesen ließ. Zudem ist die magische Welt, welche die Autorin schuf und die Idee dahinter wirklich gut gelungen. Besonders gefallen haben mir die steinernen Wasserspeier, die auf dem gesamten Universitätsgelände verteilt sind.
Am Ende gibt es noch einen sehr spannenden Showdown und das Buch wartet noch mit vielen überraschenden Wendungen auf, mit denen ich teilweise wirklich nicht gerechnet hätte. Da hatte die Autorin mich wirklich gut an der Nase herumgeführt.

Dieses Buch ist sicherlich für alle etwas, die gerne Bücher lesen, in denen eine magische Welt auf unsere normale trifft und die ebenfalls vor Kampf, Zeitdehnung, bildhafte Beschreibungen und Dreiecksgeschichten nicht zurückschrecken.

Fazit                                          

Ein Buch, das mich wirklich unschlüssig zurück gelassen hat. Einerseits hat es wirklich lobenswerte Aspekte wie die Spannung und Handlung, die magische Welt und die Idee dahinter, andererseits hat es gewaltige Schwächen wie die Dreiecksbeziehung und die Zeitdehnung. Daher habe ich wirklich lange überlegen müssen und auch wenn meine Rezension eher negativ als positiv klingt, werde ich dem Buch 3 Bewertungs-Bücher geben, da ich es nämlich schlechter fand als beispielsweise Gregor und die graue Prophezeiung (REZENSION), aber nur wenig besser als zum Beispiel Delirium (REZENSION).


Sonstige Infos
Autor: Sarah Beth Durst
Titel: Enchanted Ivy
Dt. Titel: Ivy - Steinerne Wächter
Reihe: /
Verlag: Margaret K. McElderry Books, Taschenbuch
Preis: 7,99€
Seiten: 310

Kommentare:

  1. Schöne Rezi! Ich lese das Buch gerade auf deutsch ;) bis jetzt gefällt es mir besonders gut, nur eben die Dreiecksbeziehung die du angesprochen hast finde ich nicht schön ausgearbeitet :I
    lg

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    1. Na ich bin dann auf jeden Fall gespannt, wie du es finden wirst :) Um Dreiecksbeziehungen kommt man wohl einfach nicht mehr rum :/
      Liebe Grüße, KQ

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  2. Hm. Klingt so, als würde die Autorin auch hier wieder zwei Dinge tun, die mir persönlich nicht gefallen:
    - die Zeit stimmt mit den Handlungen irgendwie nicht wirklich überein
    - die Charaktere sind oberflächlich und...ein wenig stereotypisch.
    Ich hab das Buch nicht gelesen, aber nach deiner Rezi klingt das echt bisschen...nervig. Zumal das ja auch die Punkte waren, die mich teilweise etwas in "Ice" gestört haben.
    Aber gut, dass ich jetzt weiß, dass ich die Autorin in Zukunft nicht mehr lesen brauche :D
    Liebe Grüße,
    Lyrica

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    1. Ja also ich habe wirklich lange überlegen müssen, wie ich das Buch nun finde. Aber insgesamt klingt es jedenfalls noch ein ganz klein wenig besser als "Ice". Das scheint ja absolut abstrus zu sein. Und dein Label "Schwanger zu reisen ist nicht gut" ist ja mal mehr als genial :D
      Liebe Grüße, KQ

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    2. Glaube ich, dass dir das nicht leicht gefallen ist. Vielleicht stell ich das Buch mal gaaaaaaaaaanz hinten auf meine Wunschliste, aber wenn auch nur geliehen, im Tausch oder gebraucht.
      Haha xD ich konnte es mir nicht verkneifen... und wieso müssen Labels auch immer langweilig sein? :D
      Ganz liebe Grüße,
      Lyrica

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