Montag, 31. März 2014

Rezension ~ Indigo - Das Erwachen von Jordan Dane

Hallo Leute,
obwohl ich mich mit einer Hausarbeit abmühen musste, die ich heute abgeben habe, habe ich es dennoch geschafft, Indigo - Das Erwachen von Jordan Dane zu lesen. Das lag daran, dass das Buch sehr kurzweilig war und auch nicht so viele Seiten hatte. Ich bin jedenfalls froh, dass ich nun auch wirklich wieder Zeit habe, richtig zu lesen und zu bloggen, denn durch die Hausarbeit war ich doch etwas verhindert. Das passiert, wenn man alles zu lange aufschiebt. Also denk immer dran: Fangt niemals zu spät an, eure Hausarbeiten zu schreiben T_T

Sie kommen. Sein Innerstes begann zu vibrieren, dann verwandelte sich das Gefühl in schmerzhafte Nadelstiche. Gefahr drohte. Er musste ihre Schritte nicht hören, um zu wissen, dass die Believers kamen, um ihn zu holen. Er konnte es spüren. Nein. Es ist zu früh. Ich bin nicht... stark genug.
(Jordan Dane // Indigo - Das Erwachen (Darkiss) // S. 22)

Inhalt

Seit dem Tod ihrer Eltern lebt Raynes Bruder Lucas in einer psychiatrischen Anstalt, da er anders ist. Raynes ältere Schwester Mia schickte ihn einst dorthin, wo er jahrelang mit Drogen betäubt wurde. Nun ist Lucas geflohen und Mia bitte Rayne, ihr mitzuteilen, wenn der Bruder sich bei ihr melden sollte. Tatsächlich bekommt Rayne von ihm eine Nachricht, mit der Bitte, nicht nach ihm zu suchen und Mia nichts zu erzählen. Das schlechte Gewissen, ihrem Bruder nie geholfen zu haben, das Rayne schon seit Jahren plagt, zwingt sie nun, endgültig zu Handeln. Bei ihrer Suche nach Lucas trifft sie auf den geheimnisvollen Gabe, der ihr nichts von sich erzählt, aber zu ahnen scheint, wo Lucas stecken könnte. Gemeinsam suchen sie nach Raynes Bruder und ahnen nicht, dass auch andere Menschen Interesse an Lucas haben und ihn um jeden Preis finden wollen...

Meine Meinung

Als ich den Klappentext zu dem Buch las, war ich wirklich neugierig. Was hat es mit Lucas auf sich? Warum ist er weggelaufen und warum soll Rayne nicht nach ihm suchen? Und wer ist dieser Gabe, der nichts von sich preisgeben will, aber weiß, was mit Lucas ist? Auch wenn meine Erwartungen an das Buch nicht allzu hoch waren, so war ich doch gespannt, ob mich die Geschichte überzeugen könnte. Zumindest geht es hier nicht um Vampire, tatsächlich befasst sich das Buch mit einem Phänomen, an das viele Menschen glauben: Indigo- und Kristallkinder. Ich persönlich hatte zuvor noch nie etwas davon gehört, habe aber durch das Buch ein paar Interessante Informationen zu dieser "These" erhalten und auch ein wenig im Internet darüber recherchiert. Was diese Indigo- bzw. Kristallkinder sein sollen, werde ich hier nicht erklären, da ich denke, dass es ein zu großer Spoiler für das Buch wäre.

Hundertprozentig konnte mich das Buch am Ende dann leider nicht überzeugen, was an unterschiedlichsten Gründen lag. Gleichzeitig konnte ich aber durchaus Potential und Stärken erkennen, die dafür sorgten, dass das Buch kein richtiger Reinfall für mich war. Zu Beginn war ich etwas skeptisch, weil ich einige sehr schlechte Bewertungen zu dem Buch gesehen habe, dennoch wollte ich Indigo - Das Erwachen gerne eine faire Chance geben. Daher komme ich zunächst zu den positiven Aspekten des Buches.

Die Charaktere. Auch wenn es sich hier bei den Protagonisten hauptsächlich um einfach gestrickte Charaktere handelt, die man grundsätzlich in jedem zweiten Buch finden kann, so waren sie hier doch wirklich sympathisch und haben durchaus dazu beigetragen, dass ich das Buch stellenweise ganz gerne mochte. Rayne und Gabe als Protagonisten waren unterhaltsam und sorgten bei mir für das ein oder andere Schmunzeln, ab und zu musste ich sogar mal lachen. Sie ergänzen sich gut und haben einen interessanten Hintergrund, wobei natürlich Gabe derjenige ist, der besonders ist und heraus sticht. Die Gefühle, die die beiden füreinander entwickeln, kamen mir ein bisschen zu schnell, aber es war in Ordnung. Neben Gabe und Rayne gibt es auch noch andere wichtige Charaktere, wie zum Beispiel natürlich Lucas, dann auch noch ein Mädchen namens Kendra, ein Mann mit dem Namen O'Dell und einen geheimnisvollen Alexander Reese. Ich mochte es, dass alle Figuren ihre Geheimnisse und ihre Geschichten haben, die teilweise nur angedeutet werden und von denen der Leser noch nicht alles erfährt. 

Der Schreibstil. Auch wenn es im Buch einige Sätze gab, die ich nicht so gut formuliert oder gar etwas flapsig fand, so konnte mich der Schreibstil der Autorin doch an den meisten Stellen überzeugen. Tatsächlich fand ich ihn an mancher Stelle sogar poetisch und sehr malerisch, sodass ich gar nicht das Gefühl hatte, einen Jugendroman zu lesen. Der gesamte Stil sorgte dafür, dass sich das Buch sehr leicht und angenehm lesen ließ, da er fließend und anschaulich war.

Die Idee. Man kann sagen was man will, aber ich finde die Idee hinter der Geschichte sehr gut und total interessant. Zwar erfährt man schon in diesem Band recht viel über die Bedeutung der Indigokinder, gleichzeitig schafft es die Autorin aber auch, mit wirklich interessanten Infos sparsam umzugehen, sodass man nach diesem Band längst noch nicht alles weiß und gerne mehr erfahren würde. Besonders mochte ich die Idee hinter den Gegnern, die von einer dubiosen Kirche mit sektenähnlicher Glaubensrichtung dargestellt werden. Ich war wirklich gespannt, wie das Buch ausgehen würde, welche Geheimnisse noch ans Tageslicht kommen würden und welche besondere Rolle Gabe und Lucas bei dem Ganzen innehaben. Denn es wird sehr bald deutlich, dass die beiden selbst unter den Indigokindern etwas ganz Besonderes sind. Zudem mochte ich es, wie die verschiedenen Handlungsverläufe parallel schließlich zusammengefügt wurden.

Neben den positiven Geschichtspunkten gab es aber auch einige Dinge, die ich an dem Buch sehr enttäuschend fand und die ich kritisieren muss. Auch wenn es nicht viel zu kritisieren gibt, so sind die Mängel in meinen Augen jedoch eklatant und trübten mein Lesevergnügen oftmals dann doch mehr ein, als nötig gewesen wäre. 

Das Tempo. Es ist viel zu rasant. Gabe und Rayne verlieben sich zu schnell ineinander. Man erfährt zu früh zu viele Informationen über die Indigokinder. Die gesamte Handlung spielt sich binnen weniger Tagen ab und trotzdem hat man das Gefühl, dass Dinge passiert sind, die gut und gerne mal mehrere Wochen füllen können. Es war einfach zu viel. Wogegen das Ende, der "Showdown", dann überraschend kurz und leider auch ein wenig enttäuschend war, da ich mir viel mehr erhofft hatte. Gabe setzt seine geheimnisvolle Gabe ein (ja wirklich, ich musste im Buch an manchen Stellen auch überlegen und zwei Mal lesen, ob der Charakter Gabe gemeint war, oder das Talent, die Gabe eben...) und beherrscht sie viel zu schnell viel zu gut, wenn man überlegt, dass er zu Beginn des Buches eher nichts mit ihr zu tun haben wollte. Tatsächlich fand ich Gabe zum Ende hin ein wenig seltsam und an einer Stelle wurde er mir unsympathisch, da er völlig aus seiner Rolle rausfiel. Damit die Kinder den Gegnern nicht immer zu weit voraus sind, wurden Fehler auf Seiten der Kinder förmlich konstruiert, damit die Gegner aufholen konnten. Das fand ich schade, da das Buch dadurch teilweise seine Glaubwürdigkeit einbüßen musste.

Die Erzählperspektive. Ohne Witz, aber die Sicht von zehn (!!!) Charakteren auf gerade mal 362 Seiten zu verfolgen ist des Guten einfach zu viel. Es war durchaus interessant, auch die Ansichten und Pläne der Gegner zu erfahren, aber zum Einen wurden viele Geheimnisse und Informationen schon sehr früh gelüftet, und zum Anderen blieben die wichtigen Figuren teilweise auf der Strecke. Beziehungsweise sorgte es dafür, dass die Fortschritte von Rayne, Gabe oder Lucas einfach zu schnell abgehandelt wurden, weil einfach nicht genug Platz war. Meiner Meinung nach hätte man sich auf die Sicht von maximal drei Charakteren beschränken können, das hätte dem Buch sicherlich gut getan, das Erzähltempo etwas runtergeschraubt und viele Handlungen und Fortschritte hätten dadurch besser ausgebaut werden können. Zu Gute halten muss man der Autorin jedoch, dass ich nie Probleme hatte, zu verfolgen, in wessen Sicht der Leser sich gerade befindet.  

Natürlich werden auch gegen Ende nicht alle Fragen beantwortet, da es sich bei diesem Buch um den Auftakt einer Reihe handelt. Ob ich die Reihe weiter verfolgen werde kann ich noch nicht sagen, denn obwohl sie durchaus Potential hat, so hat sie doch auch ihre Krücken. Vielleicht werde ich dem zweiten Band noch eine Chance geben, wenn er denn dann auf Deutsch erscheint. 

Fazit

Indigo - Das Erwachen reizt den Leser mit einer guten Idee und einem teilweise auch stimmig umgesetzten Handlungsbogen. Durch das rasante Erzähltempo, bei dem leider viele wichtige Ereignisse auf der Strecke bleiben und zu schnell Erfolge und Misserfolge erzielt werden, büßt das Buch an Sympathie ein. Auch die Masse der Charakteren, dessen Sicht man verfolgt, sorgt einige Dämpfer beim Lesen. Der stellenweise schöne Schreibstil und die doch recht netten Figuren können aber einiges retten. Daher vergebe ich dem Buch knapp


Sonstige Infos
Autorin: JORDAN DANE
Titel: Indigo - Das Erwachen
OT: Indigo Awakening
Reihe: 01 von bisher 02
Verlag: Darkiss bei Mira-Taschenbuch, Klappbroschur
Seiten: 362
Preis: 10,99€


Vielen Dank für das Rezensionsexemplar an

und


Kommentare:

  1. Von diesem Buch hab ich ja nun noch so GAR NICHTS gehört, aber irgendwie macht mir deine Rezension Lust darauf, auch wenn völlige Begeisterung ja nun doch eher was anderes ist. Aber das Cover sieht im Englischen auch irgendwie echt genial aus, und ist für mich allein deswegen schon ein Kaufgrund. ^^

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    1. Hallo Fräulein Sophie,
      bevor das Buch bei Blogg dein Buch angeboten wurde, wusste ich auch noch nichts davon. Es freut mich auf jeden Fall, dass meine Rezension nicht abschreckt, denn das war auch nicht mein Ziel. Potential hat es allemal.
      Ja das stimmt, das Cover sieht im Original wirklich super aus, wobei ich das zum zweiten Band noch etwas schöner finde :)
      Liebe Grüße, KQ

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  2. Oh. Das Buch scheint ja leider nicht so der Knüller zu sein... schade. Zwar gibt es einige echt interessante Dinge, wie das mit den Indigokindern, aber ich fürchte, dass mich der Rahmen zu sehr nerven würde, der ja irgendwie nicht so stimmig zu sein scheint... Schade, dass das nicht so gut war :(
    Aber danke fürs Vorkosten :D

    Liebe Grüße,
    Lyrica

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    1. Hallo Lyrica,
      also es ist bei Weitem nicht so ein Knüller wie es bei der Idee hätte sein können... :/ Aber ganz schlecht war es ja auch nicht. Vielleicht lohnt es sich mal, es gebraucht zu kaufen oder zu ertauschen. Und vielleicht ist ja auch der zweite Band besser. Wer weiß?

      Haha bitte gern geschehen :)

      Liebe Grüße, KQ

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    2. Klar, eine Chance kann man Büchern immer geben... nur gibt es soo viele Bücher, die man dann dringender lesen will und dann verschiebt sich das ins Unermessliche nach hinten^^ aber vielleicht stolpere ich mal drüber, mal gucken :)

      Liebe Grüße,
      Lyrica

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